
Uni Baskets wollen in Magdeburg vorbeiziehen
8. April 2026(ts) Erneut ein schwer enttäuschender Abend im Abstiegskampf: Die Uni Baskets haben sich mit einer 81:105-(36:53)-Niederlage bei den SBB Baskets in Magdeburg größerer realistischer Chancen auf den Klassenerhalt beraubt. Im Duell mit dem direkten Konkurrenten machten die Physis und die Spielstärke der Gastgeber den Unterschied. Vor 1.500 Zuschauern fand das Team von Götz Rohdewald aufgrund viel zu geringer defensiver Intensität nie Kontrolle über die Partie. Drei Spieltage vor dem Saisonende haben die Münsteraner nur noch rechnerische Chancen auf den Klassenerhalt.
Münster startet körperlos und trifft den Dreier nicht
Das obligatorische Abschlusstraining – Vorgabe der Liga ist die Spielstätte – mussten die Uni Baskets im 15 km entfernten Wolmirstedt absolvieren. Ein munterer Beginn bis zum 4:4 (2.), dann fehlte den Münsteranern, bei denen Cosmo Grühn weiter pausierte, Mentalität, defensive Intensität und das Wurfglück. In ihrem erstmaligen Bekanntmachen mit der Spielstätte in Magdeburg gelang den Münsteranern aus der Distanz so gut wie nichts. Beinahe alle Versuche der ersten Halbzeit gerieten zu kurz (2 von 13). Darüber hinaus hatten die Guards der SBB Baskets zu viel Raum, den sie zunächst mit einem 10:0-Lauf zum 14:4 (4.) bestraften. Der Gast arbeitete sich dann besser ins Spiel. Mit besserer Dynamik in der Defensive, Zug zum Korb und dem Buzzer-Dreier von Thore Dilschmann verkürzten die Uni Baskets den 21:8-Zwischenstand (7.) auf 25:17 nach dem ersten Viertel.
Herber Rückstand zur Halbzeitpause
Wie gewonnen, so zerronnen. Das Gefühl, jetzt in der Partie zu sein, zerbarst nach Wiederbeginn – 8:0-Lauf und 33:17-Führung der Gastgeber. Ein kurzes Zwischenhoch noch mit dem endlich zweiten Münsteraner Dreier im zehnten Anlauf durch Deshon Taylor verpuffte schnell (33:21, 13.). Mehrmals streuten die Gastgeber in der Folge beinahe ungehindert gegen körperlose Gäste kürzere Läufe ein und setzten sich so über 40:21 Mitte des zweiten Abschnitts bis zur höchsten Führung mit 23 Punkten bis kurz vor der Halbzeitpause ab (51:28). Münsters Dreierquote blieb mit 17 Prozent bis hierhin unterirdisch (2 von 12).
Kurzer Hoffnungsschimmer jäh zerstört
Mehr Intensität war einmal mehr vonnöten, doch auch im dritten Viertel stand der Gast bei nur neun Rebounds am gegnerischen Brett. Münsters Feldquote wuchs zwar an, blieb aber insgesamt bei 39 Prozent über 40 Minuten schwach. 22:29 ging auch der dritte Abschnitt verloren. Der physische Widerstand fehlte nach dem gelungenen Zwischenspurt (63:51, 25.) wieder massiv. Eine Wende blieb so abwegig. Nicht nur das: Die Uni Baskets liefen unsortiert dem Ball nach und reboundeten weiter schlecht, fanden im Angriff den richtigen Spot zum Wurf nur rar. 10:21 Assists über die Spieldauer waren deutlicher Ausdruck spielerischer Unterlegenheit. Der 25-Punkte-Rückstand vor dem Schlussviertel entschied das so enttäuschend ungleiche Abstiegsduell früh (81:56).
Die Gastgeber treffen 14 Dreier
Die SBB Baskets trafen an diesem Abend auch die schweren Dreier, der Münsteraner Dreier hatte hingegen weitestgehend Sendepause (14:5 Distanztreffer, 41:25 Prozent). Routinier Martin Bogdanovic knackte mit den Wolmirstedter Dreiern Nummer 13 und 14 die 100-Punkte-Marke. Der Aufsteiger spielte überzeugend, der matte Gast hatte an diesem bitteren Abend wenig hinzuzusetzen. Kein Trost mehr: das mit 23:23 einzige ausgeglichene Viertel, als längst alles gelaufen war. Während der nächtlichen Rückkehr passierte der Mannschaftsbus der Uni Baskets um 1.37 Uhr das Münsteraner Ortsschild, als die Orion-Kapsel erfolgreich zum Ende der Mission der Artemis-2-Crew abgesprengt wurde. Die Hoffnung auf ein ähnlich spektakuläres Ende der vierten Zweitligasaison ist dagegen nur noch gering.
Stimmen zum Spiel
Götz Rohdewald, Cheftrainer der Uni Baskets: „Es war ähnlich wie in unserem letzten Spiel, dass wir in unserer Situation, in der es ums Kämpfen geht, wo wir alles reinhauen müssen, ins Spiel ohne richtige Physis starten und jeden Rebound eindeutig verlieren. Und das kostet uns Transition-Offense und wir kommen nicht ins Spiel rein. Auf der anderen Seite kriegt Wolmirstedt natürlich Rhythmus und hat ein paar Spieler, die jeden Dreier treffen, und wir treffen sie einfach nicht, weil wir keinen Flow im Spiel haben. Aber das fängt alles immer an mit der Intensität und dem Rebound. Wir haben das zwei Spiele hintereinander jetzt nicht hingekriegt, Abstiegskampf und die richtige Mentalität zu zeigen. Wir werden die drei Spiele noch spielen und gucken, was dabei rauskommt.“
Achmadschah Zazai, Cheftrainer der SBB Baskets: „Der Support heute war unglaublich. Wir haben heute ein exzellentes Spiel gespielt, den Ball gut bewegt. Wir waren 40 Minuten fokussiert, haben die 100 Punkte geschafft, auch mal was ganz Schönes. Wir haben immer noch das Problem, dass wir um den Klassenerhalt kämpfen.“
Cosmo Grühn: „Es tut aus persönlicher Sicht natürlich besonders weh, nicht auf dem Feld eingreifen zu können. Zur Art und Weise, wie das Spiel dann verläuft, muss man ganz ehrlich sagen, dass die es mehr wollten. Das, was uns schon viel in der Saison gefehlt hat: die Leidenschaft, der Wille, das hat uns auch heute im entscheidenden Spiel wieder gefehlt. Das macht dann den Unterschied aus. Jetzt geht es einfach darum, unseren Fans was zurückzugeben, die uns die ganze Saison so unterstützt haben, und die Saison dann eben für die Fans zu einem versöhnlichen Ende zu bringen, persönlich, das auch für mich zu einem guten Ende zu bringen.“
Adam Touray: „Es ist schwer, die richtigen Worte zu finden. Wolmirstedt wollte es mehr. Für mich persönlich war es schwer, wenn du das ganze Spiel eins gegen eins spielst und man wenig Ballbewegung hat. So gewinnt man vielleicht mal ein, zwei Spiele. Aber mit der Art und Weise ohne offensiven Rhythmus ist das schwer. Uns ist allen klar, wie jetzt die Lage ist. Aber wir müssen gerade in den Spielen zu Hause Charakter zeigen und die Fans ordentlich aus der Saison verabschieden. Mehr bleibt leider nicht übrig.“
Vorletztes Heimspiel der Saison gegen Artland Dragons
Kommende Woche spielen die Uni Baskets wieder zu Hause. Am Samstag (18. April) steht das Nachbarduell gegen die Artland Dragons auf dem Programm. Hochball in der Halle Berg Fidel ist um 19.30 Uhr, in der es im Gästebereich voll werden wird, aber noch freie Plätze für die Fans der Uni Baskets im Ticketshop gibt.
Restliche Spiele im Abstiegskampf
Uni Baskets (18., 16 Punkte)
Sa, 18. April, 19.30 Uhr: UNI BASKETS – Artland Dragons (Tickets)
Sa, 25. April, 19.00 Uhr: VfL Bochum – UNI BASKETS (Public Viewing im Schaf)
Sa, 2. Mai, 19.30 Uhr: UNI BASKETS – Phoenix Hagen (Tickets)
Leverkusen (17., 18 Punkte)
EPG Baskets Koblenz – Bayer Giants Leverkusen
Bayer Giants Leverkusen – SBB Baskets
Bayer Giants Leverkusen – Knights Kirchheim
Artland Dragons – Bayer Giants Leverkusen
SBB Baskets (16., 20 Punkte)
Bayer Giants Leverkusen – SBB Baskets
SBB Baskets – Artland Dragons
Nürnberg Falcons – SBB Baskets










