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23. Januar 2026(ts) Nach acht Spielminuten war es so weit: Philip Alston gab bei der Auswärtsniederlage bei den Knights Kirchheim seine Premiere im Baskets-Jersey. Der neue Power Forward stellte sich in einer Mediendrunde vor und verrät in seinem ersten Interview, warum sich mit seinem Wechsel nach Deutschland ein Kreis schließt. Der 24-Jährige spricht auch über seine Rolle bei den Uni Baskets und einen Wendepunkt in seinem Leben.
GAMEDAY.MS: Philip, herzlich willkommen in Münster. Welche ersten Eindrücke hast Du von unserer Stadt?
Philip: Ich genieße die Atmosphäre der Stadt wirklich sehr, einfach überall mit dem Fahrrad herumzufahren. Das ist neu für mich. Ich genieße es wirklich, mit dem Fahrrad zu fahren. Das ist selten, denn die Stadt macht das Radfahren hier wirklich bequem.
GAMEDAY.MS: Dein Heimdebüt steht am Sonntag bevor. Eine Partie hast du bereits mit unserer Mannschaft bei den Knights absolviert. Welchen Eindruck hast du von ihr?
Philip: Wegen der sportlichen Situation und dem Saisonverlauf ist die Stimmung natürlich momentan nicht besonders gut. Aber ich habe das Gefühl, dass ich dem Team und der Gruppe neue positive Energie bringen kann. Der erste Schritt, um etwas zu verändern, ist die richtige Energie und eine positive Einstellung, und das möchte ich auf jeden Fall in das Team einbringen – natürlich zusammen mit meinen Fähigkeiten, meiner Athletik und hoffentlich auch meiner Hilfe auf dem Spielfeld, um mehr Siege einfahren zu können.
GAMEDAY.MS: Welchen ersten Eindruck hast Du von der ProA. Kanntest du den deutschen Basketball schon?
Philip: Nicht besonders gut. Ich habe einige Teamkollegen aus dem College, die hier in der ProA gespielt haben, und habe sie im Stream gesehen. Nach meinem ersten Spiel bin ich wirklich gespannt, wie der Rest der Saison für mich im Team aussehen wird. Ich freue mich sehr auf das erste Heimspiel am Sonntag, um die Atmosphäre zu genießen. Ich freue mich wirklich sehr auf die Fans der Uni Baskets.
„Wie ein Geschenk des Himmels. Gott hat mir wirklich eine zweite Chance gegeben, einen Neuanfang.“
Philip Alston
GAMEDAY.MS: Du kommst aus Columbus, Ohio. In welchem Alter hattest du den ersten Kontakt mit Basketball. War er überhaupt deine erste Sportart?
Philip: Ich bin mit allen möglichen Sportarten aufgewachsen: Baseball, Leichtathletik, Football, Schwimmen, noch weitere. Aber Basketball habe ich in der ersten Klasse mit sieben Jahren angefangen zu spielen. Er hat mich einfach nicht mehr losgelassen, weil er mir von allen Sportarten am meisten Spaß gemacht hat. Als ich älter wurde, war es eine leichte Entscheidung, mich nur auf Basketball zu konzentrieren, weil ich dafür die größte Leidenschaft hatte.
GAMEDAY.MS: Hattest du in deiner Familie Vorbilder im Basketball?
Philip: Tatsächlich nicht! Niemand in meiner Familie hat Basketball gespielt, als ich aufwuchs. Mein Vater hat Wrestling gemacht, auch Football und Leichtathletik. Meine Mutter hat aber immerhin in ihrer Schulzeit Basketball gespielt.
GAMEDAY.MS: Du bist vermutlich zum ersten Mal hier in Deutschland …
Philip: Ja. Und weißt du was? Für mich und meine Familie schließt sich ein schöner Kreis, denn mein Vater ging in Berlin zur Highschool, weil sein Vater, also mein Großvater, dort in der Armee war. In Berlin hat er auch Wrestling gemacht. Mein Vater und meine ganze Familie freuen sich sehr, dass ich jetzt in Deutschland bin.
GAMEDAY.MS: Da dürfte Berlin ein Pflichtbesuch für dich in den kommenden Monaten werden …
Philip: Auf jeden Fall. Ich werde Berlin sicher besuchen. Zwar bin ich erstmals in Deutschland, war aber schon einmal in Europa. Mit meinem Collegeteam der Loyola University haben wir eine Reise nach Frankreich gemacht und in Paris, Lyon und Monaco gespielt – eine wirklich schöne Reise damals.
GAMEDAY.MS: Mit deinem Wechsel von der Highschool aufs College hast du dich voll auf Basketball konzentriert. Wie ist Deine College-Laufbahn verlaufen?
Philip: Ich wollte unbedingt das Beste aus mir im Basketball herausholen, habe aber zunächst nicht wirklich viele Angebote bekommen. So ging ich zuerst zu einer kleineren Division-II-Schule in Pennsylvania. Ich habe einfach konstant gearbeitet und habe mich in meinem Spiel weiterentwickelt. Und von dort aus konnte ich dann in die Division I an die Loyola University Chicago aufsteigen. Ich war so etwas wie ein Spätstarter.
GAMEDAY.MS: Hattest du eine Person, die dich in deiner Karriere besonders unterstützt hat?
Philip: Es gab zu viele, um sie alle aufzuzählen. Meinen Eltern bin ich wirklich sehr, sehr dankbar, besonders meinem Vater, der mir die Werte harter Arbeit vermittelt hat. Er hat mich nie zu etwas gezwungen, sondern wollte, dass ich selbst lerne, wie sehr ich etwas will. Als ich ihm das gezeigt habe, hat er mich immer zu jedem Training mitgenommen, um 5 oder 6 Uhr morgens, immer vor der Schule. Mein Vater hatte auf meine Haltung einen sehr großen Einfluss.
GAMEDAY.MS: In deinem ersten College-Jahr hattest du einen Kollaps. Bei CBS hast du gesagt, dass dies ein Wendepunkt in deinem Leben war …
Philip: Im Nachhinein fühlte es sich wie ein Geschenk des Himmels an. Gott hat mir wirklich eine zweite Chance gegeben, einen Neuanfang. Nach dem Kollaps hat man im Krankenhaus eine ganze Reihe von Tests durchgeführt. Mit meinem Herzen war alles in Ordnung. Die Ärzte fanden heraus, dass eine gefährliche Darmproblematik Ursache war, und mein Hämoglobinwert extrem niedrig war. Danach hat sich mein Leben und meine Karriere um 180 Grad gedreht. Ich wusste nicht, warum ich die ganze Zeit mit wenig Energie gespielt habe, immer müde war, aber das etwas nicht stimmte. Von da an ging es einfach nur noch bergauf.
GAMEDAY.MS: Hattest du nach diesem Wendepunkt eine gute Zeit am College und in deiner weiteren Laufbahn?
Philip: Ich hatte eine wirklich gute College-Karriere – schon in Division II. Dort wurde ich All-American. Ich konnte in die erste Division nach Chicago wechseln, hatte dort zwei gute Jahre und wir haben die Meisterschaft gewonnen. Es war eine wirklich tolle Zeit am College. Dann wurde ich zwar nicht gedraftet, konnte aber mit den Milwaukee Bucks zur Summer League gehen. Mein einziges NBA-Training war mit den Bucks. Sie holten mich für die Summer League – eine wirklich gute Erfahrung. Dort ging es aber dann nicht mehr weiter und ich bin zu den Wisconsin Herd in die G-League gewechselt.
GAMEDAY.MS: Dort bist du dann wegen eines Problems mit deiner Hand ausgefallen …
Philip: Ja, in dieser Saison, meiner ersten in der G-League, hatte ich eine Operation am Daumen. Nichts Größeres, so dass ich gut in Form bleiben konnte, aber das hat mich erst mal für die Spiele außer Gefecht gesetzt. Als ich wieder in der Mannschaft dabei war, lief es nicht wie gewünscht. Jetzt habe ich in Münster eine neue Gelegenheit, endlich zu zeigen, was ich kann, und wirklich guten Basketball zu spielen. Ich bin sehr begeistert, diese Chance zu bekommen.
„Ich freue mich sehr auf mein erstes Heimspiel und die Fans der Uni Baskets“
Philip Alston
Wie würdest du deinen Basketballstil beschreiben? Wie kannst Du den Uni Baskets helfen?
Philip: Ich möchte hier natürlich mein Bestes geben. Meine größten Stärken bestehen darin, viel Energie, Härte und Athletik in die Mannschaft zu bringen. Ich möchte einfach nur viele Spiele gewinnen, das ist mir wirklich wichtig. Ich bin gekommen, um dem Team zu helfen, und ich weiß, dass meine Teamkollegen hinter mir stehen. Das spüre ich von der ersten Sekunde an. Wir wollen gemeinsam alles tun, um diese Siege zu holen.
Du kommst aus Columbus in Ohio. Hast du ein Lieblingsteam, das du unterstützt, oder einen Lieblingsspieler?
Philip: Ich bin ein großer Fan des Ohio-State-Football-Teams. Die Ohio State Buckeyes sind in Columbus eine große Sache, weshalb ich als großer Fan des Teams aufgewachsen bin. In der NFL mag ich die Ravens. Lamar Jackson ist mein Lieblingsspieler. Ich bin auch ein Fan von LeBron, mag auch Kyrie Irving, weil er bei den Cavs gespielt hat, als ich jünger war. Je älter ich werde, desto mehr schaue ich mir Spieler an, die mir in ihrer Spielweise gefallen.
Wenn du schon ein Football-Experte bist: Wer wird denn den Super Bowl gewinnen?
Philip: Das ist schwierig zu beantworten. Die Seattle Seahawks könnten den Super Bowl dieses Jahr gewinnen.
Wie gehst du mit den Erwartungen an dich um, da wir uns in einer sportlich schwierigen Situation befinden und abstiegsgefährdet sind?
Philip: Ich versuche, mich selbst nicht zu sehr unter Druck zu setzen. Ich glaube fest an Gott. Ich habe das Gefühl, dass er immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort hinter mir steht. So bleibe ich positiv. Ich muss nur sicherstellen, dass ich jeden Tag mein Bestes gebe, um besser zu werden und meinem Team so viel wie möglich zu helfen. Als Team werden wir in den Trainingseinheiten immer besser und wir kämpfen weiter. Ich gebe niemals auf. Wir müssen immer unser Bestes geben, um noch mehr Zusammenhalt herzustellen.









