
„Mit dem Spiel von heute steigst du nicht ab.“
19. April 2026(ts) Vier Jahre lang spielten die Uni Baskets Münster in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProA mit ihrer ganz eigenen Identität, mit der sich die Münsteraner Fans und Partner identifizieren. Bestätigung ist erneut ein Spitzenrang im Zuschauerzuspruch der zweiten Liga – trotz einer „Seuchensaison“, wie sie Helge Stuckenholz, Manager der Uni Baskets, bezeichnet. Die Verbindung zwischen Team und Publikum – gerade am Abend des feststehenden Abstiegs – imponiert den Protagonisten der Uni Baskets und ist Antrieb genug für die Zukunft. Wie geht es nun weiter? Welche Lehren werden gezogen? Und: Wo liegt die Zukunft des Standorts Münster?
„Wir haben sicher bei einigen personellen Entscheidungen nicht richtig gelegen, hätten es im Nachhinein anders gemacht“, erklärt Helge Stuckenholz ohne Umschweife. Teil der Saisonanalyse ist aber auch, dass über weite Teile der Spielzeit die Leistungsträger Adam Touray, Kapitän Cosmo Grühn und Bo Hodges verletzungsbedingt nicht zur Verfügung standen. „Mit diesen dreien war die Hälfte des Gerüsts weg, das die Mannschaft nachhaltig stützen und tragen sollte.“
Rücktrittsangebot abgelehnt
Für Außenstehende ist ein Trainerwechsel im Abstiegskampf oft das probate Allheilmittel. „Obwohl mir Götz sogar seinen Rücktritt angeboten hat, habe ich nicht daran gedacht, den Trainer auszutauschen“, betont der Baskets-Manager aus Überzeugung. Die sportliche Situation habe andere Ursachen gehabt. „Ich hatte einen klaren Blick und wusste, woran es lag.“ Man könne auch „den Trainer nicht dafür verantwortlich machen, dass wir so viel Verletzungspech hatten“.
In den vergangenen Jahren hat es regelmäßig Wildcard-Verfahren für die ProA gegeben. Ob es zur Saison 2026/27 in Anbetracht von sechs ProA-Lizenzanträgen aus der ProB überhaupt zu einem solchen käme, ist fraglich. „Stand jetzt denke ich nicht über die Wildcard nach. Irgendwie fühlt es sich falsch an. Aber wenn sich die Chance ergibt, muss man gucken, wie es aussieht und was es für einen Sinn ergeben könnte“, meint Helge Stuckenholz. „Wenn ich jedoch nicht einen richtigen Kern der Mannschaft erkennen kann, der belastbar in der ProA bestehen kann, gehen wir in die ProB. Mit der Brechstange werden wir es sicher nicht versuchen.“
Aus der noch laufenden Saison „haben wir wieder super viel gelernt“. Zwei Westfalenderbys, Samstag in Bochum (Public Viewing im „Schaf“) und eine Woche später gegen Hagen (Tickets), sowie die Saisonabschlussfeier mit den Fans stehen noch an. Erkenntnisse, die in die angelaufenen Kaderplanungen einfließen. „Wir gucken nun, was wir besser machen können.“
Zweitliga-Basketball bleibt das Ziel
Nach dem ersten großen sportlichen Rückschlag nach jahrelangem Aufschwung des Münsteraner Basketballs bleibt der Anspruch hoch. „Gerne würden wir wieder zurück in die Pro A, wenn es passt und es Sinn macht“, sagt der Baskets-Manager und schwärmt: „Die Energie, die wir am Samstag gegen Quakenbrück in der Halle hatten, die wollen wir so oft wie möglich erleben, die wollen wir wieder haben“. Helge Stuckenholz erläutert weiter: „Und aus dieser Energie erwächst Erfolg, die wollen wir wiederherstellen. Das bekommen wir auch in der ProB hin.“ Elementar hierfür sind für den 52-Jährigen „Identifikation, Nachhaltigkeit und ein gutes Event“.
Großer Rückhalt von den Partnern
Erfreulich verlaufen die Gespräche mit den Partnern der Uni Baskets. „Ich habe mit vielen Sponsoren schon geredet und positives Feedback bekommen, dass man auch in sportlich schlechten Zeiten zusammensteht. Der Großteil wird uns weiter unterstützen“, freut sich Stuckenholz über die Treue trotz des Abstiegs und blickt noch einmal auf die gemeinsame Entwicklung zurück: „Wir haben seit Jahren unseren Etat trotz wirtschaftlich schwerer Zeiten steigern oder zumindest halten können – dank der loyalen Unterstützung unserer Partner.“
Grenzen am Berg Fidel
Nachhaltigkeit im Kader bleibt das Ziel und müsse „man sich aber auch leisten können, gerade im Profi-Geschäft. Da ist die Frage, ob wir in dem Fahrwasser mit unserer Identität der Uni Baskets, die alle so schön finden, mitschwimmen können.“ Die Vermarktungsmöglichkeiten mit der in die Jahre gekommenen Halle Berg Fidel sind im Zweitligavergleich beschränkt, längst ausgereizt.
Der Auftrag für den Leuchtturm des Basketballs im Münsterland bleibt für Manager Helge Stuckenholz aber klar: „Ich sehe Münster in den nächsten 20 Jahren zu 75 Prozent der Zeit in der 2. Bundesliga Pro A spielen. In einer vollen Hütte, vielleicht auch irgendwann mal in einer größeren Halle, hoffentlich auch mit einer eigenen Trainingshalle. Wir sollten dabei nie unsere Werte verlieren, die uns dahin gebracht haben, wo wir jetzt sind. Auch hier habe ich in dieser Saison hinzugelernt.“








