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3. Mai 2026(ts) Uwe Albersmeyer, langjähriger Funktionär des Deutschen Basketball Bunds (DBB), spricht im Interview über die Entwicklung des leistungsorientierten Nachwuchsbasketballs in Deutschland, seinen Werdegang zum Funktionär beim DBB und die Entwicklung des Basketball-Standorts Münster.
UNIBASKETS.MS: Zum Jahreswechsel hast du dich als Geschäftsführer der Nachwuchs Basketball Bundesliga (NBBL) gGmbH in den Ruhestand verabschiedet. Wie geht es dir damit und kannst du schon ohne Basketball?
Uwe Albersmeyer: Beim Deutschen Basketball Bund (DBB) habe ich schon im Dezember 2024 aufgehört und bin beim DBB seitdem in Altersteilzeit. Meinen Nachfolger in der Rolle des NBBL-Geschäftsführers haben wir lange gesucht. Nach 20 Jahren habe ich dann zu Beginn dieses Jahres an Tobit Schäfer übergeben und ihn im Übergang bis zum vergangenen März begleitet. Alles in allem hatte ich so einen gleitenden Übergang aus dem Beruf im Basketball heraus und konnte gut loslassen.
UNIBASKETS.MS: Für den neuen Lebensabschnitt wünscht man gemeinhin alles Gute, Gesundheit und viele erfüllende Momente abseits der bisherigen Tätigkeit. Welche gehst du nun losgelöst von Spielplänen besonders gerne an bzw. hast du schon erlebt?
Uwe Albersmeyer: Meine neuen Hobbys sind jetzt Familie, Haus, Garten, wo noch einige Umbauarbeiten anstehen, und Urlaub. Ich wohne in Oberfranken unweit der tschechischen Grenze. Lieblings-Destinationen sind deshalb gerne mal ein Wochenende in Prag oder aber im Winter in Dänemark an der Küste. Ich besuche noch gerne Länderspiele des DBB. Zuletzt war ich mit meiner Frau beim Albert Schweitzer Turnier, einer Veranstaltung für Basketball-Nationalmannschaften der männlichen und der weiblichen Jugend mit einem bunten Teilnehmerfeld aus aller Welt, bei der ich als Organisator über die letzten 20 Jahre mitgearbeitet habe. Das erste Mal als Gast lernte ich meinen früheren Job aus einem anderen Blickwinkel kennen.
„Da freut man sich, wenn man Teil dieser Entwicklung war“
Uwe Albersmeyer
UNIBASKETS.MS: Basketball boomt. Deutschland ist Welt- und Europameister …
Uwe Albersmeyer: (lacht) Besser konnte es für mich nicht mehr werden. Es war genau der richtige Zeitpunkt, aufzuhören. Aber ernsthaft: Im Vergleich zu den anderen Teamsportarten in Deutschland wächst Basketball. Viele Kinder wollen jetzt Basketball spielen. Wir haben die Grundschuloffensive gestartet, 2.500 Grundschulen beteiligen sich schon – und mehr als 150.000 Kinder haben erste Erfahrungen mit Basketball gesammelt. Selbst in der Corona-Zeit ist es beim Basketball insbesondere im Mini-Bereich aufwärtsgegangen. In der Zeit haben wir auch eine Menge gemacht und angeboten. Mit 3X3 konnten wir auch draußen agieren. Basketball ist divers, es kommen viele Nationen zusammen. Er ist auch nicht mit Problemen wie beim Fußball mit Hooligans belastet.
UNIBASKETS.MS: Welchen Anteil am Basketball-Boom hat die Nachwuchsarbeit des DBB und der Vereine, deren Struktur du maßgeblich mitgeschaffen hast?
Uwe Albersmeyer: Früher hatten unsere Jugendteams erst spät in einer Saison bei den jeweiligen Deutschen Meisterschaften adäquate Gegner. Deshalb wurde 2006 mit der U19 als Nachwuchs Basketball Bundesliga ein erster bundesweiter Spielbetrieb geschaffen, drei Jahre später mit der Jugend Basketball Bundesliga die U16 nachgezogen. Alle haben an einem flächendeckenden System auf hohem Niveau mitgewirkt: der Spitzenverband mit seinen 2.000 Vereinen, die Bundesligen mit den Leuchttürmen der BBL-Standorte und hohen Standards. Gab es damals „nur“ Detlef Schrempf, später Dirk Nowitzki in der NBA, haben wir heute eine ganze Reihe von deutschen Spielern wie die Wagner-Brüder oder Dennis Schröder in der NBA. Wir haben uns auch schon früh um 3X3-Basketball gekümmert, der inzwischen olympisch geworden ist. Das deutsche Frauenteam ist in Paris Olympiasieger geworden. Da freut man sich, wenn man Teil dieser Entwicklung war.
UNIBASKETS.MS: Welche Entwicklung hat die Nachwuchsarbeit des UBC Münster im Laufe der Jahre nehmen können?
Uwe Albersmeyer: Kleinere Vereine, wie damals noch der UBC, haben den größeren mit guten Spielern zugearbeitet. Heute ist der UBC ein Magnet im Münsterland, um die guten Spieler aus dem Großraum um die 50 km um Münster zusammenzuziehen.
UNIBASKETS.MS: Wie bist du überhaupt zum Basketball und nach Münster gekommen?
Uwe Albersmeyer: Ich komme aus Lübbecke, wo der Handball Tradition hat. Über einen Lehrer an unserer Schule in Espelkamp gab es die Initialzündung, auch Basketball in Lübbecke zu spielen. Mein Basketball-Fieber war geweckt. Ich bin 1981 zum Studium im Wintersemester nach Münster gegangen, habe an der Uni Sport und Erdkunde auf Lehramt studiert. Mit Studenten haben wir eine Basketballmannschaft beim UBC Münster gebildet und sind in der Kreisliga angefangen.
UNIBASKETS.MS: Worin liegen die Anfänge deiner Funktionärslaufbahn begründet?
Uwe Albersmeyer: Der Mitgründer des UBC Lothar Waldowski hat mich gleich als Schiedsrichterwart eingestellt. Damals habe ich den noch aus einer Telefonzelle mit Groschen beim Studentenwohnheim am Horstmarer Landweg geregelt. Ingo Weiß, heute Präsident des DBB, war seinerzeit Jugendwart. Beim UBC habe ich dann vieles organisiert, wie zum Beispiel Basketball-Camps und Turniere.
UNIBASKETS.MS: Was hat dich dann seinerzeit bewogen, aus Münster zum Deutschen Basketball Bund zu gehen?
Uwe Albersmeyer: Ich habe mein Referendariat in Münster gemacht, aber zur damaligen Zeit keinen Job als Sportlehrer bekommen. Eine Zeit lang war ich als Sportlehrer für das Diakonische Werk und Trainer unter anderem in der Regionalliga zusammen mit Ingo Weiß mit den Spielern Meinhard Neuhaus, Jan und Götz Rohdewald oder Philipp Kappenstein. Als Ingo Weiß bereits Vizepräsident beim DBB war, wurde OBI Hauptsponsor beim DBB und veranstaltete Streetbasketball an seinen Baumärkten. So kam ich für zwei Jahre zur Marketinggesellschaft des Partners, um die Veranstaltungen zu organisieren. 1998 wurde die Stelle des Jugendsekretärs beim DBB in Hagen frei, die mich als Pädagogen sehr gereizt hat. Parallel war ich Geschäftsführer für die Damen-WM in Münster, wo ich die ersten Berührungspunkte mit dem DBB hatte. Wir haben dann unsere Geschäfte beim UBC Münster an den heutigen Präsidenten Meinhard Neuhaus und Jan Rohdewald abgegeben.
„Helge ist das Herzstück der Uni Baskets“
Uwe Albersmeyer
UNIBASKETS.MS: Der Münsteraner Basketball hat ein langes Hoch erlebt, das in vier Jahren Zweitliga-Basketball mündete, der jetzt aber mit dem Abstieg einen Rückschlag erlebt. Wie blickst Du auf diese Entwicklung?
Uwe Albersmeyer: Ich freue mich, wenn ich sehe, was entstanden ist. Basketball ist mittlerweile in Münster ein Familien- und Studentenevent, ein gelungenes Event mit hoher Identifikation für Alt und Jung. Da spielen die kleinen Kinder in der Halbzeit auf dem Parkett. Der UBC hat es richtig gemacht, die Studierenden mit einzubinden. Damals war nur Preußen, Preußen und Volleyball. Die sehr positive Entwicklung des Basketball-Standorts ist viel Manager Helge Stuckenholz geschuldet, denn Münster ist keine Stadt mit Großindustrie, sondern eher eine Beamten- und Verwaltungsstadt. Basketball auf hohem Niveau hat sich in Münster etabliert – auch im Vergleich des Gesamtstellenwerts mit Fußball und Damen-Volleyball.
UNIBASKETS.MS: Welchen Bezug hast Du heute noch zur Stadt Münster und welche persönlichen Beziehungen zu Münsteranern und Weggefährten beim UBC pflegst Du heute noch?
Uwe Albersmeyer: Mittlerweile wohnt mein ältester Sohn in Münster. Auch meine Mutter wohnt noch in der Ecke. Wenn ich es schaffe, bin ich auch gerne mal bei einem Spiel der Uni Baskets in der Halle. Es sind immerhin 500 km von meinem Wohnort nach Münster. Ich habe immer noch guten Kontakt und Austausch mit Manager Helge Stuckenholz. Mich erreichen auch hin und wieder Anrufe vom Präsidenten Meinhard Neuhaus, um zu helfen oder mal ein paar Tipps zu geben. Ich verfolge den Münsteraner Basketball nach wie vor, hatte lange gehofft, dass der Abstieg verhindert werden kann. Ich glaube auch, dass mehr als die ProA in Münster gar nicht finanzierbar ist.
UNIBASKETS.MS: Du erwähnst den guten Austausch mit Manager Stuckenholz. Wie ordnest Du seine Arbeit über all die Jahre ein?
Uwe Albersmeyer: Helge ist ein richtig Guter, schon lange dabei und hat die Entwicklung des Münsteraner Basketballs aus intrinsischem Interesse begonnen. Er denkt im besten Sinne auch mal unkonventionell mit verschiedenen Blickwinkeln, nicht so 0815. Er ist ein guter Netzwerker. Wenn Du was über Dritte zu Helge hörst, hörst Du immer nur Positives, der überall auch gut ankommt und über ein gutes Netzwerk verfügt. Er leistet ganz viel notwendige Arbeit, die man nach außen gar nicht sieht. Helge ist das Herzstück der Uni Baskets. Ohne seine Arbeit hätte man das, was aufgebaut wurde, gar nicht finanzieren können. Ich hoffe, dass Helge noch lange weitermacht. Wenn ich das mit früher vergleiche: In Münster hat man heute einen sehr guten professionellen Standard hinbekommen, dazu eine sehr gute Symbiose mit der Universität.








