
Nelson Okafor entscheidet sich für die Uni Baskets
8. Juni 2026(ts) 144 Spiele auf der einen, 165 auf der anderen Seite. Sowohl Cosmo Grühn als auch Oliver Pahnke drücken den Uni Baskets auf ihre ganz eigene Weise seit sechs Jahren ihren Stempel auf. Im Doppel-Interview mit UNIBASKETS.MS blicken die beiden auf ihre Vorbildfunktion, auf die Fans der Uni Baskets und die Ziele für die neue Saison. Dabei verraten sie auch, warum es ein verflixtes siebtes Jahr gar nicht geben kann.
UNIBASKETS.MS: Oli, erst einmal noch herzlichen Glückwunsch noch zu deinem Geburtstag. Nach sieben gemeinsamen Jahren: Hat Cosmo daran gedacht, dir zu gratulieren?
Oliver Pahnke: Ja natürlich. Also als der Instagram-Post bei den Uni Baskets rauskam … Nein, Spaß! Cosmo hat, sobald ich zu Hause in unserer WG war, sofort an meiner Tür geklopft und mir natürlich herzlich zum Geburtstag gratuliert.
Cosmo Grühn: Ich hatte aber kein Geschenk.
Oliver Pahnke: Das braucht er auch nicht machen. Es reicht mir ja schon, wenn er da ist.
Cosmo Grühn: (lacht) Mein Geschenk ist, dass ich noch eine Saison weiterspiele!
Oliver Pahnke: Tatsächlich wurde deine Vertragsverlängerung auch an dem Tag veröffentlicht und das ein oder andere Mal wurde mir auch geschrieben, dass das mein Geschenk gewesen ist. (lacht)
UNIBASKETS.MS: Sechs gemeinsame Jahre verbinden euch. Wir sitzen gerade im Hinterhof des Rathauses. Wer von euch beiden wäre denn der bessere Münster-Guide und warum?
Oliver Pahnke: Das ist eine sehr gute Frage.
Cosmo Grühn: … Uns gibt es natürlich nur im Doppelpack. Wenn man einen von uns bucht, bucht man beide.
Oliver Pahnke: Da schließe ich mich direkt an.
UNIBASKETS.MS: Der Münster-Guide erzählt auch immer vom Münster-Tatort der ARD. Wer von euch beiden verkörpert eher den Kriminalhauptkommissar Frank Thiel oder den Rechtsmediziner Prof. Dr. Dr. Karl-Friedrich Boerne? Und warum?
Cosmo Grühn: Ich glaube, ich bin eher der Rechtsmediziner. Oli, du bist eher so vom Leben gezeichnet (lacht) und pragmatisch wie Thiel. Und ich bin eher so dieser nervigere Klugscheißer wie Prof. Boerne.
Oliver Pahnke: (lacht) Das glaube ich auch!
UNIBASKETS.MS: Väter unserer jüngsten Fans kommentierten in Social Media euren Verbleib. Ihre Kinder hätten jeden Tag gefragt, ob es schon Infos gäbe bzw. dass sie sich sehr freuen. Cosmo, ein Junge hat sogar ein Foto mit dir und deinem Autogramm auf seinem Schreibtisch. Was bedeutet euch das?
Cosmo Grühn: Das ist ein bisschen surreal, wenn man so etwas erfährt. Gerade, dass Kinder so zu einem aufschauen. Gleichzeitig ist es für mich aber auch einer der Hauptgründe, warum mir Münster so ans Herz gewachsen ist und ich mich so auf die neue Saison freue. Ich will diese einfach spielen, weil die Fans in Münster und die Kultur, die hier aufgebaut wurde, so eine besondere ist. Man kommt so sehr schön in die Interaktion mit unseren Fans, kann so auch als Vorbild gelten. Man ist immer mit ihnen in Kontakt. Den Fans bedeutet das genauso viel wie uns. Und das ist in Münster etwas sehr, sehr Besonderes und einer der Hauptgründe, warum ich mich hier so wohlfühle.
Oliver Pahnke: Das gilt für mich genauso. Obwohl ich hier schon sechs Jahre spiele und in der ProA weniger gespielt habe, ist es trotzdem so, dass ich in den Augen der Fans eben doch auch als ein wichtiges Puzzle-Stück betrachtet werde.
Cosmo Grühn: Nicht nur bei den Fans!
Oliver Pahnke: Aber das ehrt mich eben zutiefst und das settled mich hier auch immer mehr. Für mich war es eine ganz leichte Entscheidung, weil ich mich hier so wohlfühle, so wertgeschätzt fühle, dann eben auch hier zu bleiben.
„Oli ist seit sechs Jahren das Herz des Kernstücks der Mannschaft.“
Cosmo Grühn
UNIBASKETS.MS: Nicht nur für die jüngsten Fans, auch für Spielerinnen und Spieler unseres Nachwuchsleistungsprogramms und der Kinder- und Jugendabteilung seid ihr Vorbilder. Welche Bedeutung hat dieser Aspekt für euch?
Oliver Pahnke: Mir bedeutet das ziemlich viel, auch wenn man sich selber gar nicht so wahrnimmt. Wir kriegen oftmals von den Kids attestiert, dass wir ja Profis sind. Früher hat man sich aber unter einem Profi eher den der Fußball-Bundesliga vorgestellt, der meist weit weg und nicht nahbar ist. Keiner von uns Spielern nimmt sich hier aber zu ernst oder glaubt gar, er sei so ein toller Mensch oder Überflieger und deshalb ein Vorbild. Ich höre von den jungen Spielerinnen und Spielern, dass sie immer bei unseren Spielen sind und wie krass das mit den vielen Fans sei, in was für einer krassen Liga wir spielen. Das setzt einen so ein bisschen in Perspektive. Und das bedeutet natürlich viel!
Cosmo Grühn: Für die Deutschen Hochschulmeisterschaften trainieren wir auch gemeinsam mit unseren NBBLern, die in Münster groß geworden sind, und die können schon echt Basketball spielen. Mit Andrej König als Trainer haben die Jungs auch große Ziele für die nächste Saison. Dann weiß man auch, wenn sich unsere Zeit hier bald zu Ende neigt, dass dann die Uni Baskets in guten Händen sind. Das bedeutet uns natürlich auch ganz viel, dass Leute nachkommen.
UNIBASKETS.MS: Oli, bei Cosmo sah es im letzten Heimspiel nach Abschied aus. Was habt ihr von der Mannschaft her unternommen, damit Cosmo doch bleibt?
Oliver Pahnke: (lacht) Man muss halt wissen, welche Knöpfe man drücken muss. Vor unserem letzten Heimspiel wurde ich gefragt, ob ich an einer Abschiedsaktion partizipieren möchte oder schon was geplant hätte. Dann habe ich aber geantwortet, ich wüsste gar nicht, dass er hier aufhört (lacht). So viele Knöpfe kann man von außerhalb aber nicht bei Cosmo drücken. Der kann schon seine eigene Entscheidung treffen, der ist erwachsen (lacht). Man kann nur dafür sorgen, dass es eben hier immer noch gefällt und immer noch der Funken glüht, den man am Leben hält. Das war ausschlaggebend und ist uns gut gelungen.
„Cosmo verkörpert mit seinem Leadership und seinem Auftreten so, so viel.“
Oliver Pahnke
UNIBASKETS.MS: Cosmo, wie wichtig ist es für dich, dass auch Oli bleibt?
Cosmo Grühn: Oli hat gerade schon gesagt, dass ihn viele Leute hier als elementares Puzzleteil sehen. Ich glaube, Oli ist zu bescheiden, um selber zu sagen, dass er seit sechs Jahren hier das Herz des Kernstücks der Mannschaft ist. Wenn man die Mannschaft als Körper sieht, dann ist Oli das Herz! Und ohne geht’s halt nicht irgendwohin. Das bringt uns Leben, bringt uns ins Rollen. Ohne Oli sähen die letzten sechs Jahre hier ganz anders aus.
UNIBASKETS.MS: Was macht für euch den jeweils anderen als Mitspieler aus? Mit einem Augenzwinkern: Droht bei euch beiden das verflixte siebte Jahr, wie der Volksmund weiß?
Oliver Pahnke: (lacht) Bei uns heißt das mit dem Abstieg wohl das verflixte sechste Jahr. In unserem siebten Jahr geht es jetzt erst wieder richtig los. Cosmo verkörpert mit seinem Leadership und seinem Auftreten so, so viel. Er ist so elementar für unseren Erfolg schon immer gewesen. In wichtigen Spielen war er immer da. Cosmo wäre schon schwierig zu ersetzen gewesen und was Großes wäre weggefallen. Auf seine Qualitäten sind wir auch in der kommenden Saison sehr stark angewiesen.
Cosmo Grühn: Wir reden ja immer über Olis Kampfgeist und seine Energie für die Mannschaft. Das sind ja auch wirklich Fähigkeiten, die ihn ausmachen. Wenn wir jetzt in die ProB gehen und über das rein Sportliche reden, bringt Oli einfach auch basketballerische Fähigkeiten mit, auf die wir in so einer Saison, wo wir vorne angreifen und um die Meisterschaft mitspielen wollen, angewiesen sein werden. Seine Spielintelligenz, wie er das Spiel versteht, wie er in hektischen Momenten den Kopf bewahren kann und da taktischen Input geben kann, seine Intensität in der Defensive, dass er jederzeit in der Lage ist, jeden Spieler auf dem Feld zu verteidigen, und in der Offensive einfach mit seinem Spielverständnis Platz kreieren kann: Auf so einen Spieler ist jedes Team angewiesen. Ich glaube, Oli freut sich darauf, nächste Saison ein bisschen mehr Verantwortung zu übernehmen, mehr Spielminuten zu bekommen und das alles einfach zu zeigen.
UNIBASKETS.MS: Welchen Vorteil hat es für euch, dass nicht nur ihr beiden euch, sondern auch einige weitere Spieler sehr gut kennt und mit ihnen gemeinsam für die Uni Baskts schon länger auf dem Feld steht?
Cosmo Grühn: Das ist natürlich ein Riesenvorteil. Gerade mit Adam spielen wir jetzt auch schon sechs Jahre zusammen. Seit letzter Saison nennen wir uns immer ein wenig arrogant das ‚Triumvirat‘, weil wir schon so lange da sind. Ich habe so viele Spiele mit Adam gespielt. Wir kennen unsere gegenseitigen Stärken und Schwächen, wissen wo der andere steht. Das ist natürlich ein Riesenvorteil, gerade am Anfang der Saison. Im Laufe der letzten Saison hat uns so ein bisschen gefehlt, sich weiterzuentwickeln und insbesondere mit den neuen Spielern Schritte nach vorne zu machen. Das ist uns und auch dem Trainer bewusst. Wir versuchen, gerade am Anfang der neuen Saison ein Hauptaugenmerk darauf zu legen.
Oliver Pahnke: Da kann ich auch nur zustimmen. Cosmo hat Adam schon genannt. Thore spielt jetzt aber auch schon ein Jahr mit uns, hat sich auch sehr gut integriert. Thorben hat als Veteran der ProA auch schon ein Jahr im Trainerteam mitgewirkt. (lacht) Wenn der das Spielsystem nicht verstanden hat, dann weiß ich auch nicht …
Cosmo Grühn: Mit Thorben habe ich früher zusammen gespielt als mit jedem anderen Spieler, nämlich beim Adidas Next Generation Tournament (ANGT) 2016. Thorben und ich gehen auch eine lange Zeit zusammen. Da freue ich mich auch wirklich sehr drauf, mit ihm noch einmal zusammenzuspielen.
Oliver Pahnke: Wir haben generell schon im Kader einen sehr guten Grundstein für die neue Saison gelegt. Letztes Jahr kamen mehr neue Spieler und wir hatten schon einen Umbruch. Man hat gesehen, wenn dann Cosmo und Adam wegfallen, dass der Basketball untereinander dann neu erlernt und die Dynamik neu gefunden werden musste. Toi, toi, toi, das sollte nächste Saison besser werden.
UNIBASKETS.MS: Worauf wird es in der kommenden Saison in der ProB eurer Einschätzung nach vor allem ankommen?
Oliver Pahnke: Das hat Cosmo schon gut gesagt, wir waren immer am Anfang der Saisons stark, auch damals unter Björn. Da haben wir fast unseren besten Basketball am Anfang gespielt und jedes Spiel gefühlt mit 30 gewonnen. Wir müssen einfach lernen und eben auch als Führungspersönlichkeiten darin auch wachsen, dass wir uns über die Saison entwickeln. Vor allem müssen wir in der kommenden Saison eine sehr hohe Grundintensität haben , das Training auf einem sehr hohen Niveau gestalten und eben so Verantwortung fordern, weil wir hohe Ziele haben. Natürlich ist das auch mal mit Druck verbunden, aber dann müssen wir das Beste daraus machen.
Cosmo Grühn: Ich würde hinzufügen, dass wir unseren Spaß am Basketball wieder mehr kultivieren wollen und müssen. Man hat am Ende der Saison auch gemerkt, dass wir alle sehr erschöpft waren, weil jedes Spiel so mit Druck verbunden war. Wenn man gewonnen hatte, war es mehr so eine Erleichterung, auch irgendwie bei unseren Fans. Es muss einfach auch wieder mehr Spaß für alle Beteiligten machen, in die Halle zu kommen. Ich glaube, unsere Fans haben uns letzte Saison einfach so, so stark getragen. Jetzt müssen wir auch einfach mal wieder von uns aus der Mannschaft heraus Spaß, Leidenschaft und die Freude zurückbringen, dass unsere Fans nur noch darauf aufspringen müssen und das nicht alles selber tragen.
UNIBASKETS.MS: Oli, hoffst Du auf eine wieder größere Rolle in der ProB in Sachen Spielzeit?
Oliver Pahnke: Ich sag’s mal so, man freut sich immer über Spielzeit, aber gleichzeitig werde ich alles dafür tun, mehr spielen zu können, dem Team noch mehr helfen zu können. Wenn ich doch weniger spiele, dann ordne ich mich dann natürlich immer dem Erfolg unter.
UNIBASKETS.MS: Was stimmt euch zum jetzigen Stand optimistisch, dass der Aufstieg ein realistisches Thema sein wird?
Oliver Pahnke: Die Erfahrung unserer einzelnen Spieler und dass wir bislang einen sehr, sehr soliden Kern haben.
Cosmo Grühn: Dass wir super hungrig sind und die besten Fans der Liga haben werden.
UNIBASKETS.MS: Stichwort Fans. Unser Dauerkartenverkauf startet in Kürze. Hofft Ihr darauf, dass unsere Halle wieder mit den Treuesten der Treuen in Beschlag genommen wird? Warum sollten sie ihre Dauerkarte unbedingt verlängern, auch wenn nach dem Abstieg sich der eine oder andere das aus Enttäuschung vielleicht noch überlegt?
Oliver Pahnke: Den Münsteraner Fans kommt es darauf an, dass ihr Team kämpft und Spaß hat sowie Spaß vermittelt. Ich glaube, sie sind natürlich erfolgsverwöhnt aus allen Jahren davor bis auf das letzte. Zusammen Partys feiern und Erfolg haben: Dafür ist die nächste Saison genau die richtige.
Cosmo Grühn: Oli hat alles gesagt. Wir freuen uns über jeden, der sich trotz der letzten Saison ab Ende September in der Halle wieder einfindet. Wir freuen uns über jeden Support und sind einfach dankbar, dass wir vor jedem einzelnen in Münster spielen dürfen.
UNIBASKETS.MS: Zum Abschluss: Wie sehen eure Planungen in den kommenden beiden Monaten bis zum Vorbereitungsstart im August aus?
Oliver Pahnke: Sportlich bereiten wir uns gerade auf die Endrunde der Deutschen Hochschulmeisterschaft vor. Gleichzeitig machen wir auch noch Individualtraining mit unserem Co-Trainer Felix Engel. Ich bin gerade im Master an der Uni, deswegen werde ich auch viel in der Bibliothek unterwegs sein. Langweilig wird mir da nie.
Cosmo Grühn: Bei mir ist es ein bisschen anders. Ich fahre jetzt nächste Woche in den Urlaub mit meiner Freundin nach Slowenien. Mit unserem Physio und unserem Athletiktrainer habe ich einen Trainingsplan ausgearbeitet, um insbesondere an den körperlichen Wehwehchen, die mich über die letzten zwei Jahre verfolgt haben, zu arbeiten und topfit aus dem Urlaub zurückzukommen. Dann habe ich noch mal einige Wochen, um richtig bereit in die Saisonvorbereitung zu gehen und mit einem minimalen Verletzungsrisiko die ProB-Saison anzugehen.
Fotos: Christina Pohler











