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27. März 2025(ts) Die Zweitliga-Basketballer der Uni Baskets Münster werden von drei Mannschaftsärzten betreut. Einer von ihnen ist Dr. med. Kai-Axel Witt, der in unserem aktuellen Interview Einblicke von seinen beruflichen Anfängen bis zum heutigen Einsatz der KI in orthopädischen Herausforderungen gibt.
Heute im interview: Dr. med. Kai-Axel Witt, Mannschaftsarzt bei den Uni Baskets, Zur Originalausgabe: gameday.ms – faces stellt sie vor)
Dr. Kai-Axel Witt: In der Medizin fand ich von Anfang an Gelenke, Knochen, Muskeln und Sport gut und habe mich früh auf die Kombination Medizin und Sport spezialisiert. Schon meine erste Stelle war in einer spezialisierten Klinik in Heidelberg. Als ich 1996 meine letzten Saisonspiele für den USC Heidelberg gemacht habe, hat der Klub mich gefragt, ob ich einen Teil der ärztlichen Behandlungen als Mannschaftsarzt übernehmen will. So war der Weg vorgezeichnet und ich war über die Jahre in Münster im Sportbereich immer dabei: über meine Vorlesungen für die Lehramts-Sportmedizin, meine Sprechstunde im Institut für Sportmedizin und die Betreuung von Leistungssportlern. Zu Zeiten der Uni-Halle war es noch ein freies Tun. Im Zuge der Professionalisierung der Uni Baskets hat Manager Helge Stuckenholz mich gefragt, und wir haben das gemacht.
GAMEDAY.MS: Was macht dir im Praxisalltag am meisten Freude?
Dr. Kai-Axel Witt: Mir macht der Wechsel aus Operation und Sprechstunde einfach Spaß, wenn Patienten zur Kontrolle kommen und glücklich über erfolgreiche Operationsergebnisse berichten. Vom Sportler, der seine alte Leistungsfähigkeit zurückbekommt, bis hin zur alten Dame, die wieder schmerzfrei ihren Haushalt erledigen kann: Das ist eine große Freude. Ein Triathlet hatte nach einem Fahrradsturz eine schwere Fraktur seines Schulterblattes. Der schwimmt nun schneller als vorher und ist inzwischen beim Ironman Hawai mit einem sehr guten Ergebnis für seine Altersklasse gestartet. All diese Rückmeldungen machen große Freude.
GAMEDAY.MS: Die Welt der Medizin verändert sich ständig. Wie ist in Zukunft KI im Verhältnis zum Arzt zu gewichten? Gibt es neue Therapieverfahren oder Gerätschaften, die du in deiner Praxis anwendest?
Dr. Kai-Axel Witt: Die KI fließt bereits ein. Ihr Einfluss wird immer größer. Die Planung in der Endoprothetik, wenn wir ein künstliches Schultergelenk einsetzen, wird immer umfangreicher. Über die KI fließen Daten vom Patienten, zum Beispiel eine Computertomographie, in ein Planungswerkzeug ein. Dann kann ich die Prothese virtuell einsetzen und erhalte mögliche Bewegungsausmaße. Über Veränderungen von Positionen und Größe sehe ich entsprechende Auswirkungen. Die Planungen werden dann auf eine Navigation über verschiedene Instrumente auch im Operationssaal besetzt. Mich wird eine KI nicht ersetzen, das Handwerkliche wird bleiben – auch das Gespräch mit den Patienten wird bleiben. In der Radiologie kommt die KI ganz groß, wo sie in Sekundenschnelle zum Beispiel 200 Millionen Bilder vergleichen kann – ein Riesengewinn.
GAMEDAY.MS: Allerorten ist vom Fachkräftemangel des Nachwuchses zu hören. Wie sieht es hier in der Sportmedizin aus?
Dr. Kai-Axel Witt: In der Raphaelsklinik haben wir noch einen Hort der Glückseligkeit, weil wir attraktiv mit unserer Stadt und Klinik sind. Aber es wird schwer, die Positionen mit gutem Nachwuchs dauerhaft zu besetzen, weil die operative Sportorthopädie einfach anstrengend ist. Die chirurgischen Fächer haben insgesamt ein Nachwuchsproblem, da die Ausbildung lang und aufwändig ist.
GAMEDAY.MS: Neben den Uni Baskets deckst du beim UBC Münster auch den Jugendbasketball ab. Welche sportmedizinischen Entwicklungen gibt es im Jugendbereich?
Dr. Kai-Axel Witt: Ganz wichtig: Die sportärztliche Betreuung einer Mannschaft und eines Vereins kann nur ein ärztliches Team gemeinsam machen – in Zusammenarbeit mit den Physiotherapeuten, die noch einmal einen engeren Kontakt zu den Spielern haben. Bei den Uni Baskets sind das Dr. Björn Marquardt und ich in der Orthopädie sowie Dr. Bernd Fallenberg auf der internistischen Seite. Die Jugendspieler des UBC Münster in der Jugend- und Nachwuchsbasketball-Bundesliga werden inzwischen ähnlich betreut wie die Spieler der Uni Baskets in der zweiten Bundesliga. Die medizinische Versorgung hat hier eine hohe Qualität und einen hohen Stellenwert. Unseren Silberstatus für die Jugendarbeit haben wir auch dafür bekommen, weil die Bewerter die medizinische Versorgung unserer Jugendmannschaften so gut fanden.