
Die Uni Baskets bedanken sich bei Andrew O’Brien
8. Mai 2026(ts) Der Traum von der fünften Zweitliga-Saison in Folge ist geplatzt. Der Blick ist nach vorn gerichtet. Die Kaderplanung für die Spielzeit 2026/27 läuft. Wie Cheftrainer Götz Rohdewald die Herangehensweise betrachtet und warum die ProA Anspruch bleiben muss, hat er UNIBASKETS.MS erzählt.
„Ich sehe Münster in den nächsten 20 Jahren zu 75 Prozent der Zeit in der 2. Bundesliga Pro A spielen“, sagte Helge Stuckenholz vor kurzem. Die Worte des Managers der Baskets griff auch Cheftrainer Götz Rohdewald noch mal auf: „Wenn man langfristig schaut, muss der Verein in der Pro A sein. Allein was die Fans angeht, was wir für eine Fankultur und Fanbasis haben, das ist Wahnsinn.“ Der Verein sei daneben „an vielen Stellen gut aufgestellt, Helge arbeitet an weiteren Themen, die uns besser machen werden.“
„Dinge, die wir hinterfragen müssen, um wieder besser zu werden.“
Götz Rohdewald
Für den Abstieg gab es nicht nur einen Grund. „Die Verletzungsthematik hat uns durch die ganze Saison, selbst am letzten Spieltag noch, begleitet“, erläuterte Cheftrainer Götz Rohdewald. Dass sich die Mannschaften der Uni Baskets über einen guten Zusammenhalt definieren, hat die Vergangenheit oft bewiesen. Neben der außergewöhnlichen Verletzungsmisere sei die Teamchemie ein weiteres „dickes Thema“ gewesen. „Ich will da nicht in die Details gehen, aber wir hatten schon deutlich harmonischere Jahre. Das hat uns viel beschäftigt in der Saison und führte ja auch zu Trennungen von Spielern.“
Doch nicht nur abseits des rein Sportlichen, sondern auch basketballerisch steckte das Rohdewald-Team in einem eigenproduzierten Dilemma. „Das Spielerische war lange eine Katastrophe. Bei den Turnovern lagen wir lange bei fast 20 pro Spiel. So konnten wir uns spielerisch nicht entfalten, nicht entwickeln. 20 Turnover kann man nicht verteidigen, offensiv findet man so keinen Rhythmus“, monierte der Baskets-Coach. Erst in den letzten 10 der 34 Spieltage war die Anzahl der Ballverluste auf einem konstanten Niveau, mit dem Zweitliga-Spiele gewonnen werden können. „Das hat uns sehr, sehr lange begleitet. Am Ende muss man sagen: zu lange.“
Anders eben als in den drei ProA-Saisons zuvor: „In den vergangenen Jahren hat es gut geklappt, dass Spieler spielerisch und menschlich gut gepasst haben. Jeder muss sich kritisch fragen, was wir besser hätten machen können. Das ist unsere kollektive Aufgabe“, sagte der Münsteraner Cheftrainer selbstkritisch. „Es gibt bei Helge und mir Fehler, die wir in der Planung gemacht haben. Die Spieler, die wir geholt haben, haben nicht so funktioniert, wie wir es erhofft hatten. Das sind Dinge, die wir hinterfragen müssen, um wieder besser zu werden.“
„Das mit den deutschen Spielern hat keine Zeit.“
Götz Rohdewald
Konkrete Vorhaben für die am 25. September beginnende Spielzeit 2026/27 sollen wieder besser zur ureigenen Idee der Uni Baskets passen. Und müssen es darüber hinaus zur ProB. Die dritte Liga hat ihre ganz eigenen Anforderungen im Personaltableau. „Die Verträge etwa von Paul Viefhues oder Thore Dilschmann sind nach dem Abstieg nicht mehr gültig. Da sind wir in Gesprächen. Das ist Prio Nummer eins, Klarheit zu schaffen“, beschrieb Rohdewald den Stand der Kaderplanung. „Das mit den deutschen Spielern hat keine Zeit. Dazu gucken wir uns natürlich nach weiteren deutschen Spielern um.“
Mit dem nachverpflichteten Trio Philip Alston, Curtis Jones Jr. und Deshon Taylor (zur Meldung) sowie dem Leihspieler Andrew O’Brien (zur Meldung) haben vier US-Amerikaner die Uni Baskets inzwischen verlassen. Die Verpflichtung von US- oder EU-Spielern habe nach Ansicht von Götz Rohdewald noch Zeit. Das Telefon bleibt dennoch sicherlich im Madeira-Urlaub an. Wandertouren mit Ehefrau Laura stehen vor allem auf dem Programm, um den Kopf freizukriegen.
Danach bestimmt wieder der große sportliche Ehrgeiz des Cheftrainers den Tagesablauf. „Mein Antrieb ist es, wieder in die Pro A zu kommen. Sportlich haben wir in den vergangenen Jahren gesehen, dass wir das Niveau für die 2. Liga haben. Es muss unser Anspruch sein, dass wir, wenn wir das nächste Mal dort erscheinen, besser gewappnet sind.“








