
Touray und Weß Sonntag bei Wilsberg’s Promi-Kellnern
31. August 2026(ts) Ein Teamplayer, wie man ihn sich wünscht: Das ist Neuzugang Robert Merz. Vielseitig obendrein – und das seit frühen Kindertagen. Am Dienstag stellte sich der 26-Jährige während des Media Days bei SIENA GARDEN in einer Medienrunde vor. Der Small Forward sprach unter anderem über seinen spannenden Werdegang vom Eiskunstläufer zum Basketballer oder die für ihn zum jetzigen Zeitpunkt ungewöhnliche Teamdynamik bei den Uni Baskets:
Neuzugang Robert Merz über …
… seine ersten Wochen in Münster: „Ich war einer der ersten, der unterschrieben hat, aber einer der letzten, der nach Münster gekommen ist. Erst am 1. August, weil ich noch mein Bachelor-Studium in Wuppertal fertig machen musste. Ich bin von Münster und der Mannschaft begeistert. Ich finde die Stadt wunderschön, die richtig Lebensqualität bietet. Man kann sich schnell an sie gewöhnen, kommt mit dem Fahrrad schnell von A nach B.
(Lacht) Ich hatte natürlich auch Glück mit meinem Einstieg: Erst das Hammer FEZ und dann der NRW-Tag. Basketballtechnisch ist es auch toll – mit dem Coach, den Assistant Coaches und dem Athletiktrainer. Die haben hier echt einen Plan und wollen Großes erreichen. Sie wollen auch, dass die Spieler besser werden. Wir wachsen so richtig zusammen und ich fühle mich auch sehr gut aufgenommen.“
… über die früheren Mitspieler Thomas Reuter und Oli Pahnke: Ich hatte vorher überhaupt keinen Bezug zu Münster. Ich habe in Schwelm noch mit Thomas Reuter ein Jahr zusammengespielt, der hier drei Jahre war. Er hat nur von Münster geschwärmt. Mehr Informationen hatte ich aber vorher nicht.
In Erfurt habe ich mit Oli Pahnke ein Jahr zusammengespielt. Ich habe aber erst mit ihm geschrieben, als mein Wechsel veröffentlicht wurde. Oli kenne ich, er ist ein super Kerl und bei ihm habe ich auch die Schlüssel für meine Wohnung in Münster abgeholt. Ihn habe ich gar nicht mehr vor meinem Wechsel gefragt, weil ich meine finalen Klausuren im Bauingenieurstudium geschrieben habe. Da hatte ich nicht mal Basketball im Kopf. Auf ein Ergebnis warte ich noch. Wenn das positiv ausfällt, bin ich fertig.“
„Jeder will dem Team was mitgeben. Ich bin begeistert.“
Neuzugang Robert Merz
… über die Frage: Berliner oder Bayer? „Ich bin in Berlin geboren. Dann ist meine Familie relativ früh wegen des Jobs meines Vaters bei Audi nach Ingolstadt. Ich bin also von Hause aus ein klarer Bayer und kein Berliner.“
… über seine sportliche Entwicklung: „Mein erster Sport war Eiskunstlauf, weil meine Mutter das gerne wollte. Im Alter von 5 oder 6 Jahren habe ich mit Ballett angefangen. Dann ging es direkt zum Eiskunstlauf. So wie wir als Basketballer Krafttraining machen, war Ballett für den Eiskunstlauf. Mein Vater war auch total hinterher, dass ich Sport mache. Schwimmen und Turnen habe ich auch noch gemacht. Dann habe ich in Ingolstadt nur Fußball gespielt. In der Pubertät war dann Eiskunstlauf auch total uncool (lacht).
Mit 12 oder 13 in einer Schulmannschaft hat das mit dem Basketball bei mir angefangen, als wir gegen die Säbener Straße, die Bayern, gespielt haben. Dann waren wir im Finale des Bayern-Pokals und ich wurde zum Probetraining in München beim Basketball eingeladen. Basketball hat mir einfach am meisten Spaß gemacht, weil man da so schön in einen Flow kommen kann, wo einfach alles so natürlich funktioniert.“
… über den Werdegang zum Profi: „In der JBBL habe ich bei der Internationalen Basketball Akademie München (IBAM), in der NBBL beim FC Bayern Basketball gespielt. Ich bin jeden Tag von Ingolstadt nach München mit dem Zug gependelt. Im Abiturjahr hat man nicht so viel Rücksicht auf die Schule genommen, so dass ich dann in Nürnberg NBBL gespielt habe und auch schon im Meisterjahr in der ProA dabei war. Dann kam mein erstes Jahr im Profibasketball mit Oli in Erfurt, wo ich auch mein FSJ gemacht habe.“
… über sein erstes Profijahr: „Für mich persönlich war das Jahr in Erfurt sportlich überragend, obwohl wir mit der Mannschaft unten standen, weil ich direkt als 19-Jähriger in der ProB über 20 Minuten gespielt habe und mich zeigen konnte. Das war das Corona-Jahr. Man zieht in eine fremde Stadt und darf plötzlich gar nichts mehr. Man wusste gar nicht, was man machen sollte. Ich habe da das erste und einzige Mal Videospiele gespielt. Danach nie wieder. Eine harte Zeit im Nachhinein.“
… über die Folgestationen Leverkusen und Schwelm: „Leverkusen hat mir dann die Chance gegeben, in der ProA zu spielen. Das erste Jahr war überragend, in dem wir bis ins Halbfinale durchmarschiert sind. Wir hatten Verletzte, so dass ich als junger Spieler auch im Halbfinale 15 bis 20 Minuten gespielt habe. Im zweiten Jahr, das purer Abstiegskampf war, hatte ich dann zweimal Verletzungsprobleme und war in der Reha.
Währenddessen habe ich überlegt, ob Profisport etwas für meinen Körper ist. Leverkusen hat dann einen Spieler nachverpflichtet, so dass ich nach Schwelm gegangen bin. Meine Priorität war dort klar mein Studium. Das hat super geklappt. Die Schwelmer haben für mich alles gemacht, damit ich das Studium in der Regelstudienzeit durchziehen konnte. Das fand ich toll von ihnen. Danke dafür!“
… über die schnelle Rückkehr nach Schwelm am 2. Spieltag: „Ich freue mich einfach, die Leute wiederzusehen. Ich freue mich darauf, mit denen zu sprechen, die positiv auf mich zukommen.“
… über sein Masterstudium ab dem Wintersemester in Münster: „In Münster mache ich jetzt meinen Master in Logistik an der FH. In Wuppertal habe ich noch nebenbei 20 Stunden am Lehrstuhl in der Digitalisierung der Baulogistik gearbeitet. Darüber habe ich meinen Bachelor geschrieben. Nebenbei würde jetzt auch gerne im Bereich Logistik arbeiten, wenn sich eine Möglichkeit ergibt.“
… über die Gespräche mit Manager Helge Stuckenholz: „Helge hat mich angerufen, als ich auf einer Institutswanderung halb auf dem Berg oben in Essen war, und gefragt, ob ich nicht wieder mehr Basketball machen möchte. Ein, zwei Tage später haben wir uns in Münster getroffen und dann war das Ding auch schon durch.“
… über die Beschreibung seiner Vielseitigkeit durch Götz Rohdewald als „kleines Schweizer Taschenmesser“: „Ich bin nicht der athletischste oder schnellste Spieler, aber ich mache viel mit Köpfchen wieder wett. Ich bleibe immer ruhig, werde nicht hektisch, treffe aber schnelle Entscheidungen. Dadurch bin ich schneller als jemand, der dort Vorteile hat. Ich versuche, offensiv und defensiv möglichst wenige Fehler zu machen, solide und derjenige zu sein, auf den man sich verlassen kann oder von dem man etwas Spezielles bekommt. Ist der Gegner reboundstark, könnte das mein Fokus in einem Spiel sein. Persönliche Stats sind mir generell nicht so wichtig. Ich habe auch kein Instagram oder sonstige soziale Medien. Ich will gewinnen. Der Rest ist mir nicht so wichtig.“
… nach drei Jahren über die ProB: „Uns erwarten auf jeden Fall eine Menge schwieriger Hallen. Das ist ein Riesenunterschied zur ProA. Es sind verschiedene Körbe, verschiedene Böden, verschiedene Längen und Breiten des Spielfelds. Dann sind es nur zwei anstatt drei Schiedsrichter. Wenn wir im Februar in die Klausurenphase gehen, ist es für uns als Mannschaft wichtig, nicht den Biss zu verlieren. Wenn die Saison bis dahin super verlaufen sollte, müssen wir weiter hart arbeiten, weil in den Playoffs immer alles möglich ist. Wir haben letzte Saison mit Schwelm Leitershofen rausgeschmissen, die unbedingt aufsteigen wollten. Wir lagen im dritten Spiel nach dem ersten Viertel 2:20 zurück und haben trotzdem noch gewonnen. Das kann immer passieren. Im späteren Verlauf der Saison ist jedes Spiel wichtig.“
… über die ersten beiden Testspiele: „Ich habe noch nie so früh in der Saison ein so gutes Gefühl gehabt. Es macht auch einfach Spaß. Wir haben neue Taktiken über die Wechsel. Das nimmt einem Druck und gibt allen ein gutes Gefühl, Teil des Ganzen zu sein. Jeder will dem Team was mitgeben. Ich bin begeistert. Die Spieler, die wir haben, sind toll. Nach gut zwei Wochen so eine Teamdynamik, dass sich immer jeder für jeden freut, das ist ungewöhnlich.“









