
Paul Viefhues mit neuen sportlichen Zielen
22. Mai 2026
Uni Baskets erhalten von der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB-Lizenz
22. Mai 2026(ts) Über 10 Spielminuten in der ersten richtigen ProA-Saison, knapp 22 Spielminuten in der jüngst beendeten ProA-Saison 2025/26. Das Münsteraner Eigengewächs Paul Viefhues hat in der 2. Bundesliga seinen Stempel aufgedrückt. Im Abschieds-Interview mit UNIBASKETS.MS blickt der 21-Jährige auf 11 Jahre beim UBC Münster und die Entwicklung bis zum Zweitligaspieler bei den Uni Baskets zurück. Dabei begründet er auch seinen feststehenden Wechsel.
UNiBASKETS.MS: Paul, 11 Jahre UBC Münster und Uni Baskets gehen für dich zu Ende. Damit der Abschiedsschmerz nicht zu groß ist. Was war denn der schlimmste Moment in der Zeit?
Paul Viefhues: Ganz klar: der Abstieg. Aber auch das eine Jahr, wo ich durch meine Verletzungen raus war. Aus meiner Ausfallzeit habe ich immerhin gelernt, auf meinen Körper zu hören und an gewissen Schwachstellen zu arbeiten, um Verletzungen zu verhindern. Aus dem Abstieg muss sich das erst noch zeigen.
UNiBASKETS.MS: Was sind letztlich deine Beweggründe, die Uni Baskets und damit den UBC nach elf Jahren, aber eben auch deine Heimatstadt Münster zu verlassen?
Paul Viefhues: Ehrlich gesagt ist das zunächst hauptsächlich der Abstieg in die ProB und somit eben eine Liga tiefer. Ich versuche, mich in meiner noch jungen Basketballkarriere immer weiter zu entwickeln. Und ich hatte das Gefühl, dass ich dieses Jahr einen ganz guten Schritt nach vorne gegangen bin und jetzt auch bereit bin für das nächste Level. Deswegen war der Wechsel für mich der nächste logische Schritt. Mein Ziel ist einfach, im Endeffekt herauszufinden, wie weit es mit Basketball gehen kann.
UNiBASKETS.MS: Verständlich. Wie schwer fällt es dir denn trotzdem, zu gehen? Immerhin ist Münster Heimat mit vielen Emotionen, vielen Verbindungen zu vielen Menschen – auch zu Fans der Uni Baskets?
Paul Viefhues: Aktuell habe ich das Gefühl, ich merke das noch gar nicht so richtig, weil ich ja immer noch in der Stadt bin und ich noch nicht gegangen bin. Aber ich glaube, sobald ich dann die ersten Wochen weg bin und das realisiere, wird es mich emotional noch ein bisschen mehr packen. Wenn ich jetzt daran denke, wird es natürlich schwerfallen nicht mehr vor den Heimfans in der Stadt in der vollen Halle zu spielen, in der ich groß geworden bin. Man ist schon verwöhnt, was die Zuschauerzahlen und die Fanliebe bei den Uni Baskets angeht.
UNiBASKETS.MS: Andersrum: Was bereitet dir Vorfreude, jetzt doch das heimatliche Nest zu verlassen? Es gibt ja nicht nur die sportlichen Facetten im Leben …
Paul Viefhues: Ich habe das Gefühl, nachdem ich mein ganzes Leben in der Stadt hiergeblieben bin, wird es mir auch menschlich ganz guttun, mal einen großen Schritt weg zu machen aus meiner Heimat, nicht nur basketballerisch. Es war immer ein Luxus, in meiner Heimatstadt auf dem Level Basketball zu spielen. Keine Frage, es ist zukünftig auch ein anderes Level, ein anderer Club, wo ich mich erst mal neu einfinden muss. Ich kann aber auf allen Ebenen, menschlich als auch basketballerisch, sehr viel lernen und als Persönlichkeit einen nächsten und großen Schritt nach vorne machen.
UNiBASKETS.MS: Deine bisherigen Schritte bis zum ProA-Spieler mit durchschnittlich 21 Minuten Spielzeit und U20-Nationalspieler können sich sehen lassen. Wie betrachtest du deine bisherige persönliche Entwicklung nach zwei Jahren Folge mit den Uni Baskets in der ProA?
Paul Viefhues: Erst einmal haben die Verantwortlichen, vor allem Helge und Götz, einen Riesenanteil daran, weil sie mir das Vertrauen geschenkt haben, Spielzeit in der 2. Bundesliga zu bekommen – vor allem auch schon im letzten Jahr. Es ist wahrlich nicht an jedem Standort so, dass junge Spieler so extrem viel spielen dürfen. Und Spielpraxis ist immer das Wichtigste, um sich zu verbessern. Von ihr konnte ich extrem viel sammeln, konnte sie dieses Jahr gegenüber dem letzten Jahr sogar verdoppeln. Dadurch bin ich einfach einen Riesenschritt gewachsen, weil man auf dem Spielfeld so unglaublich viel lernt. Das hat mir ungemein weitergeholfen. Für dieses Vertrauen möchte ich mich auch bedanken.Aber nicht nur dort, sondern auch im Training: An alle Spieler, die wir so die letzten zwei Jahre im Training hatten, musste ich mich immer jeweils an ihr Level anpassen. Ich wusste so, worin ich noch einen Tacken mehr machen musste im Training.
UNiBASKETS.MS: Schauen wir auf deinen Werdegang im Nachwuchsleistungsprogramm des UBC Münster. Wer hat Dich ganz entscheidend weitergebracht?
Paul Viefhues: Ich würde schon sagen, dass jeder Trainer im Laufe der Zeit seinen Einfluss hatte. Im ersten U14-Jahr hat mich Frank Müller auf den Leistungssport vorbereitet, als ich frisch zur NRW-Sportschule auf das Pascal-Gymnasium gewechselt war und mit dem Vormittagstraining leistungsorientierter begonnen hatte. Am meisten geprägt haben mich dann die drei Jahre unter Marsha Owusu Gyamfi in der JBBL. Bei ihr hatte ich den größten Entwicklungsschritt – nicht nur basketballerisch, sondern auch als Mensch. Von ihr habe ich viel, viel gelernt.
„Man ist schon verwöhnt, was die Zuschauerzahlen und die Fanliebe bei den Uni Baskets angeht.“
Paul Viefhues
UNiBASKETS.MS: Dann ging es langsam über die NBBL in den Seniorenbereich über …
Paul Viefhues: Viel zu verdanken habe ich auch Andrej König und Attila Göknil, über die ich in der NBBL den nächsten Riesenschritt gemacht habe und großes Vertrauen gespürt habe. Und dann natürlich Björn Harmsen, von dem ich viel über das Profidasein gelernt habe, extrem über die Anfänge im Profi- und Individualtraining in der ProB und dann ProA weitergekommen bin. Ich kann mich nur bei allen Trainern und Verantwortlichen sehr herzlich bedanken, vor allem bei Helge und Götz, die mich zuletzt bei dieser schönen, elfjährigen Reise enorm unterstützt haben, aber ebenso bei allen Trainern in 11 Jahren UBC Münster sowie selbstverständlich auch den Physios und Ärzten.
UNiBASKETS.MS: Wir machen das Interview gerade nach deiner Trainingseinheit mit Felix Engel. Wie geht der Sommer für dich weiter? Was treibt Dich an, immer weiter am Ball zu bleiben?
Paul Viefhues: Auf die nächste neue Saison vorzubereiten ist für mich nun wegen meines Wechsels eine neue Situation. Da möchte ich natürlich bestmöglich vorbereitet reingehen. Deshalb mache ich auch die nächsten Wochen in Münster mit meinen basketballerischen Einheiten weiter. Felix Engel bietet auch zwischendurch Training an. Für mein Athletiktraining habe ich mir über einen Experten meiner Agentur bei Jan Rohdewald einen für den gesamten Sommer ausgelegten Trainingsplan besorgt. Der ist wirklich perfekt auf mich angepasst, um mich auch in diesem Bereich weiter zu verbessern.








